„Hinter dem Schleier“

InterCultura 2012

 

Ausstellungen und Vorträge, Führungen, Filmreihe sowie Livemusik

Die interCultura widmet sich in diesem Jahr den persischsprachigen Ländern Afghanistan, Tadschikistan und Iran. Nur wenige und oft vorurteilsbehaftete Einblicke bieten Medien von den Lebensrealitäten der dort lebenden Frauen und der in Deutschland lebenden Migrantinnen, daher sollen jene im Rahmen des diesjährigen Festivals zu Wort kommen.

Der Blick “hinter den Schleier” auf die konkreten Biographien will nicht die oftmals schweren politisch-sozialen Umstände verhüllen, jedoch die Thematisierung von Ambivalenzen und Zwischenräumen dieser Lebensbedingungen ermöglichen.

Während Tadschikistan in  Deutschland weniger bekannt ist  und demnach kaum Assoziationen zu erwecken vermag, werden der Iran und Afghanistan vor allem mit Rückständigkeit, religiösem Fanatismus und Armut verbunden. Es wird das Bild einer Region konstruiert, die  trotz  ihrer  Bemühungen scheinbar nicht in der Moderne anzukommen vermag. Nicht nur lässt sich hier bei den bestehenden Stereotypen und Klischees einhaken, um ein komplexeres und differenzierteres Bild von den Gesellschaften und ihren Menschen zu vermitteln, auch gibt es zwischen Deutschland und der Region seit Jahrzehnten ein oft brisantes politisches Spannungsverhältnis.

Gerade aufgrund dieser Verquickungen ist es wichtig, dass man in Deutschland seine Verantwortung zur Aufklärung wahrnimmt und dem gängigen Medienbild andere, authentische Facetten gegenüber stellt. So sollen Filme, Vorträge und Bilder von unterschiedlichen Lebenssituationen und Schicksalen persischsprachiger Frauen berichten, zugleich wollen wir jedoch mit den gängigen Rollenmustern, wie sie häufig in der deutschen Berichterstattung vermittelt werden, brechen und Frauen als Akteurinnen und Künstlerinnen einladen, vorstellen und Gespräche mit ihnen initiieren.

Neben dem Fokus auf die Lebensweise, das Denken und Fühlen der Frauen im persischen Kulturraum wollen wir auch mit den hier lebenden Frauen mit persischem Migrationshintergrund ins  Gespräch  kommen. Was bedeutet für sie das Leben zwischen  diesen Welten? Welche  Differenzen und  welche  Brücken  sind  für  sie sichtbar? Geplant ist eine Reihe von Frauenporträts, die bezüglich Herkunft, Alter, Bildung, Religion etc. verschieden sind und eine Ergänzung der reichen kulturellen Vielfalt darstellen. Die in Leipzig allein oder mit ihren Familien lebenden Frauen mit persischem Migrationshintergrund sollen hier selbstverständlich einbezogen werden.

Die Mehrdimensionalität der Inhalte spiegelt sich auch in den künstlerischen Formen wider.